Der Dempster Highway ist eine ca. 460 Meilen lange Erd- bzw. Schotterstraße, die in Dawson City beginnt, ungefähr bei der Hälfte
den Polarkreis passiert, um dann in Inuvik kurz vor dem Polarmeer zu enden. Die Wetteraussichten für eine Fahrt auf dem Dempster sind jedoch denkbar schlecht: die nächsten beiden Tage soll
es regnen, eine Besserung aber am 3. Tag erfolgen. Danach soll sich das Wetter wiederum verschlechtern....was tun? Eines unserer wichtigsten Ziele ist der Tombstone Territorial Park mit
seiner atemberaubend zerklüfteten Bergkette - dort müssen wir also am 3. Tag sein um die Schönwetterlücke zu erwischen. Wir beschließen zunächst gleich direkt bis zum Polarkreis zu fahren
und unseren Weg dann langsam, bei besserem Wetter, zurück zu machen. Von Robert und Martine trennen wir uns vorerst, denn sie wollen noch einiges in Dawson erledigen. Wir verabreden uns
jedoch auf irgendwann später- auf dem Dempster kann man sich eigentlich nicht verfehlen... Daß es eine schlechte Idee ist, bei strömendem Regen loszufahren, stellen wir schon sehr früh
fest. Der Matsch wirbelt nur so um’s Auto und innerhalb kürzester Zeit ist das Auto - und auch die Scheiben - von einer dicken Matschschicht bedeckt. Da wir kaum noch aus den Scheiben
hinaussehen können, müssen wir ab und zu Mal anhalten, um den größten Schlamm abzuwischen. Hier ein paar Eindrücke vom matschbedeckten Landy nach ca. 50 Meilen Fahrt auf dem Dempster....
Am nächsten Morgen sieht das Wetter etwas besser aus -wir haben sogar einige sonnige Passagen- und fotografieren etwas
während der Fahrt. Noch befinden wir uns in einer sehr schönen Gegend mit Flüssen, Seen, Bergen und farbenfroher Taiga. Unterwegs kreuzt ein Grizzly unseren Weg bzw. die Straße. Wir sehen ihn kurz, dann verschwindet er hinter einer Böschung im
Gestrüpp. Erst nach einigem Hin- und Herfahren entdecken wir ihn im dichten Weidengebüsch. Er hat sich auf dem weichen, mit
Moos bedeckten Tundraboden, hingelegt und schläft. Eine gute Möglichkeit zur Fotografie... Gleich anschließend sehen wir noch eine Eule am Straßenrand. Je mehr wir nach Norden fahren, desto besser wird das Wetter. Den Polarkreis erreichen wir am späten Nachmittag bei
schönstem Wetter. Dort erfahren wir, daß wenige Kilometer weiter nördlich ein Grizzly an einem Kariburiß gesehen worden ist.
Wir beschließen noch etwas weiterzufahren, um den Bären zu suchen. Der Matsch wird nach dem Polarkreis noch tiefer, und wir
sind mehr oder weniger dazu gezwungen, uns in den Spuren unserer Vorgänger zu bewegen. Auf dem Bild sieht man es leider
nicht so richtig, aber unser Profil gräbt sich nahezu 10 cm in den Matsch ein. Aussteigen ist unmöglich, will man nicht bis zum Knöchel in der ‘Soße’ stehen... Den Bären zu entdecken ist nicht schwierig, denn jede Menge Raben schwirren um ihn herum. Offensichtlich wollen sie auch etwas vom Kuchen
abhaben. Obwohl der Bär relativ weit weg von der Staße ist, sieht man deutlich, daß ihm die Raben gehörig auf die Nerven gehen - ab und zu
versucht er sie zu verscheuchen, leider kommen sie jedoch immer wieder zurück... Um seine Beute zu schützen, hat er sich auf sie gelegt. Ob der Bär
das Karibu selber gerissen hat...wir können es nur vermuten. Denn außer Bären sind auch zweibeinige Jäger in Geländewagen und ATV’s unterwegs,
um ihre Fleischvorräte für den Winter aufzustocken. Das Karibu gehörte zur Porcupine-Karibuherde, die hier um diese Jahreszeit durchzieht, um auf ihre
Winterweiden zu gelangen. Eine alljährlich sehr verlässliche Fleischquelle für Mensch und Tier. Zur Fotografie ist der Bär leider zu weit weg, aber wir
wollen uns nicht weiter nähern. Es gibt nichts gefährlicheres als einem Grizzly mit Beute auf die Pelle zu rücken...
Von hier aus wenden wir uns wieder gen Süden. Lange haben wir uns überlegt, ob wir die gesamte Strecke nach Inuvik fahren
sollen, sind dann aber davon abgekommen, weil die Weiterfahrt eher als landschaftlich langweilig beschrieben wird. Außerdem
haben wir nicht genügend Zeit, da wir das Schönwetterfenster am Tombstone Peak erwischen wollen... Auf der Suche nach einem
Übernachtungsplatz können wir noch einige nette Aufnahmen im warmen Abendlicht machen.
Am nächsten Tag geht’s weiter Richtung Süden. Das Wetter ist wechselhaft mit sonnigen Abschnitten und wir genießen die Fahrt durch die Wildnis des
Yukon Territory. Unterwegs stoppen wir ab und zu mal und Steffen versucht sein Glück beim Fischen. Obwohl seine Fliegenfisch-Technik sehr gut
aussieht fängt er nichts...wahrscheinlich sind einfach keine Fische drin? Aber kein Problem: gibts halt Nudeln statt Fisch.
Die folgende Nacht verbringen wir am Lookout zum Tombstone Peak, denn dort wollen wir morgen den Sonnenaufgang fotografieren. Fast schon dort,
sehen wir schon bei Dunkelheit einen schwarzen Schatten über die Straße huschen und dann stoppen. Was ist das? Ein Polarfuchs? Wir halten an und
versuchen der Sache auf den Grund zu gehen. Tatsächlich ergreift der Fuchs nicht die Flucht, sondern nähert sich uns neugierig. Wir beäugen uns eine
Weile, als dann plötzlich ein Rotfuchs auftaucht und den ‘Schwarzen’ ausschimpft? Zumindest hört es sich für uns so an... Wir
beschließen am Morgen wieder zu kommen, um eventuell einige Bilder zu machen. Am Auto zurück, sind wir glücklich und
verwirrt zugleich. Ein Polarfuchs? Was macht er dann aber zusammen mit einem Rotfuchs? Auch das Gesicht und der Schwanz
passen nicht zu einem Polarfuchs...was ist das für ein seltsames Tier? Eine Mischung?
Wie vorausgesagt, ist das Wetter am nächsten Morgen gut - Gott sei Dank. Noch vor Sonnenaufgang fahren wir los und schauen
nach unserem Füchslein. Leider ist jedoch niemand zu Hause und etwas enttäuscht fahren wir zum Lookout um die gewünschten
Aufnahmen vom Tombstone Peak (im Zentrum des Bildes) und anderen Bergen im Tombstone Territorial Park machen. Die Tundra
präsentiert sich in ihren herrlichsten Herbstfarben und die Aussicht ist einmalig. Nicht umsonst wird Tombstone Mountain als Patagonien des Nordens bezeichnet.
Die Nacht ist sehr kalt und wir genießen nach getaner Arbeit erstmal ein Frühstück mit einem schönen Kaffee zum Aufwärmen.
Wir beschließen, nochmals nach unserem Was-auch-immer-Fuchs zu sehen. Ihr werdet es kaum glauben - er ist wieder da. Am
Anfang ist er etwas ängstlich, gewöhnt sich jedoch schnell an Steffen. Ich bleibe im Auto, um nicht zusätzlich zu stören. Die
beiden verbringen ungefähr 2 Stunden zusammen, in denen der Fuchs Steffen’s Fotoausrüstung und auch ihn selbst inspiziert.
Alles ist interessant und er beschnuppert sogar das Objektiv und Steffen’s Hut. Steffen kann tolle Weitwinkelaufnahmen vom
Füchslein in seiner Umgebung machen. Er wird lockerer und lockerer und sitzt einmal sogar direkt neben Steffen und gähnt vor
Langeweile! Ein unglaubliches Erlebnis! Plötzlich hören wir einen Pfiff und der Fuchs verschwindet ohne ‘Tschüß’ zu sagen. War
das seine Mutter, die ihm damit sagt, sich von den bösen Menschen fern zu halten? Oder gibt es Futter? Wir wissen es nicht,
beschließen jedoch, am Abend nochmals zurück zu kommen um vielleicht nochmals einige Zeit mit dem Füchslein zu verbringen. Hier treffen wir auch endlich Robert und Martine wieder, haben wir doch schon eine Weile erfolglos nach Ihnen Ausschau
gehalten. Sie haben das schlechte Wetter in Dawson ausgesessen - eine weise Entscheidung. Während sich Robert zu einer
Wanderung aufmacht, kochen wir uns ein gutes Mittagessen und genießen die Sonne... Auf dem linken Bild ist Robert’s und
Martine’s Reisemobil zu erkennen: ein Mitsubishi Canter mit einer gebrauchten Kabine, die die beiden gerademal 400 EUR gekostet hat! Am Abend kehren wir nochmals zu dem Ort zurück, wo wir am Morgen das Füchslein getroffen haben. Doch obwohl wir ziemlich lange warten, taucht es
nicht mehr auf... Warum wissen wir nicht. Wir denken nicht, daß wir es vertrieben haben, denn es war sehr neugierig und hat sich gegen Ende
unserer ‘Verabredung’ sogar neben Steffen hingelegt und gedöst... Vielleicht hat seine Mutter einfach beschlossen, daß es jetzt Zeit wird, weiterzuziehen.
Es war ja schon erwachsen und so besteht kein Grund mehr am ‘Geburtsort’ zu bleiben. Da wir grundsätzlich keine Tiere anfüttern, um sie fotografieren zu
können, war auch von dieser Seite kein Zwang zum Bleiben gegeben. Wir kehren zu Robert und Martine zurück, die mittlerweile einen schönen
Übernachtungsplatz am Fluss gefunden haben. Wir verbringen eine ruhige Nacht und am Morgen gibt es Toast vom Feuer.
Am nächsten Tag verabschieden wir uns von den beiden und machen uns auf den Weg nach Dawson City. Wir müssen dringend
den Landy waschen, denn der Matsch ist mittlerweile richtig angebacken. Außerdem müssen wir duschen und einkaufen...eine
Menge zu tun. Auf dem Rückweg stoppen wir am Tombstone Visitor Center, denn es interessiert uns brennend, was für eine
Fuchsart wir nun fotografiert haben. Es stellt sich heraus, daß es ein Silberfuchs, eine seltene Farbvariante des Rotfuchses, ist.
Das würde auch den ‘roten’ Rotfuchs erklären - vielleicht war das die Mutter? Felle der Silberfüchse (vor allem die schwarzen)
waren früher sehr gefragt. In Wikipedia steht darüber in einem Auszug eines Reiseberichts aus dem Jahr 950 n Cr.:
„…die schwarzen Fuchsfelle tragen die Könige der Araber und Perser und treiben wetteifernd Luxus mit dieser Tracht. Er ist ihnen teurer als Zobel…“. Nur weil es so wenige in freier Wildbahn gibt, werden sie in Farmen gezüchtet. Wir haben also tatsächlich etwas besonderes fotografiert!
Nachdem wir den Landy und uns einigermaßen sauber bekommen haben (Steffen hat nach dem Reinigen des Landys seine
kaputte Hose und sein T-Shirt weggeworfen) und der Wetterbericht gutes Wetter für morgen voraussagt, beschließen wir
nochmals ein Stück auf dem Top-of-The-World Highway zu fahren, um die atemberaubenden Herbstfarben einzufangen. Wir
übernachten an einem wunderschönen Platz und machen uns am Morgen früh auf den Weg. Hier zwei Eindrücke:
Anschließend machen wir uns weiter auf den Weg nach Süden Richtung Whitehorse, der Hauptstadt der Yukon Territories. Auf dem North Klondike
Highway passieren wir geschichtsträchtige Städte und Dörfer aus Goldrauschzeiten. Schließlich windet sich die Straße entlang des Yukon, bis
wir schließlich die berüchtigten Five Finger Rapids erreichen. Dies ist eine der bekanntesten Stellen des Yukon, weil sie für Bootsfahrer eine ernste Gefahr
darstellt. Im Moment ist der Wasserstand jedoch relativ niedrig und das Wasser sieht ziemlich ruhig aus. In Whitehorse decken wir uns mit frischen
Lebensmitteln ein, checken E-Mails und verbringen die Nacht auf dem Walmart-Parkplatz. Wieder auf dem Alcan Richtung Süden, versucht sich Steffen wieder
einmal beim Fischen. Ihr werdet’s kaum glauben: er ist erfolgreich, sehr erfolgreich sogar. Er fängt Graylinge, die für mich jedoch zu klein aussehen. Er läßt sie also wieder schwimmen,
was sich als schwerer Fehler herausstellt. Er fängt einen Fisch nach dem anderen, jedoch jeder kleiner als der vorherige. Steffen braucht die Fliege nur kurz übers Wasser
streifen zu lassen, und schon hängt einer dran. Werden Graylinge einfach nicht größer? Der erste hätte die vorgeschriebene
Fanggröße locker gehabt. Wir beschließen schließlich, alles zu nehmen was kommt und die vorgeschriebene Fanggröße hat.
Steffen fängt gleich noch einen und wir nehmen unseren ersten in Nordamerika gefangenen Fisch aus. Damit endet aber auch die
Glückssträhne - wahrscheinlich hat sich mittlerweile im ganzen Fluss herumgesprochen, daß da ein Angler steht. Fast jeder
Fisch, und sei er noch so klein, ist schließlich schon mal an der Angel gehangen. Es vergeht fast eine Stunde, bis Steffen noch
einen fängt, der jedoch deutlich kleiner ist als der erste. Er hat gerade 2 cm über Mindestfanggröße und wir beschließen ihn zu
nehmen. Steffen versucht es noch weiter, jedoch ohne Glück. So sind wir nun mit einer, wenn auch kleinen, Fischmahlzeit
gesegnet! Hätten wir nur gleich die ersten 3 genommen - die waren schließlich noch die größten. Aber so ist es, wenn man zu
gierig ist. Ich war einfach der Meinung, die Fische müßten mindestens 30cm haben, was aber bei Graylingen wohl höchst selten
der Fall ist. Da es nun mit Regnen anfängt können wir die Fische leider nicht auf dem Feuer braten. Wir finden einen Rastplatz
mit überdachten Bänken und braten die Graylinge in der Pfanne, zusammen mit Knoblauch. Dazu gibt es Salzkartoffeln und einen gemischten Salat. Mmmh....
Weiter geht’s auf dem Alcan immer Richtung Süden. Kurz nachdem wir Watson Lake passiert haben, sehen wir eine große
Gruppe Waldbisons (Wood Buffalo), die sich am grünen Gras entlang des Highways sattfressen.
Während wir fotografieren, stellen wir fest, daß Steffens Kamera ein Problem hat. Ein dicker schwarzer Streifen befindet sich in
jedem Bild. Nach einigem Herumprobieren ist klar, daß nichts mehr zu machen ist. Offensichtlich ist der Verschluß defekt, na
klasse! Gott sei Dank hat er noch eine Ersatzkamera. Das gibt uns Zeit, eine Möglichkeit zur Reparatur zu finden...denken wir.
Am nächsten Morgen gehts weiter Richtung Süden, als wir Steinschafe (Stone Sheep), eine Schafart, die nur im nördlichen
British Columbia zu finden ist, entdecken. Steffen steigt aus und fotografiert sie beim Fressen zwischen Hagebutten. Leider findet auch das aprupt ein Ende, denn auch Steffen’s zweite Kamera hat plötzlich einen schwarzen Streifen auf allen
Bildern. Und nicht nur das, es hängt auch noch ein Teil vom Verschluß sichtbar herunter! Das ist nun wirklich eine Katastrophe,
denn von 3 Kameras (EOS 1DSMKII) funktioniert nun nur noch eine - nämlich meine. Soviel zum Thema Profiausrüstung! Daß die
Verschlüsse kaputt gehen kommt bei Spiegelreflexkameras schon mal vor, aber nicht nach so kurzer Lebensdauer. Die Kameras
haben nicht mal 50.000 Auslösungen auf dem Buckel! Den Rest der Fahrt auf dem Alcan bekommen wir nicht viel mit - wir sind zu
sehr in Gedanken und Sorgen versunken. Wie bekommen wir nur die Kameras repariert? Wieviel wird es kosten? Steffen ist zwar
CPS (Canon Professionel Service) Mitglied, doch bei Canon Europe. Wird CPS Kanada oder USA unsere Mitgliedschaft
anerkennen? Ohne CPS Service kann die Reparatur Wochen dauern und wir benötigen außerdem eine Postadresse. Wir
beschließen, uns einmal über CPS Kanada zu informieren. Leider hat Canon den CPS Service in Calgary aufgegeben und alle
Reparaturen müssen nun an die Ostküste verschickt werden. Wir finden im Internet jedoch die Adresse eines anderen Reparturshops in Calgary und beschließen, diesen einmal aufzusuchen.
Da unser nächster Stop jedoch die Kanadischen Rockies, sprich Banff und Jasper Nationalpark, sind, können wir erstmal nichts
machen. Steffen fotografiert die wenigen Tiere, die er zu Gesicht bekommt, mit unserer EOS 400D und ich eben mit meiner
verbliebenen EOS 1DSMKII. Leider sind in den Kanadischen Rockies jedoch keinerlei Herbstfarben zu finden. Es ist zu warm und,
obwohl die meisten Campingplätze schon geschlossen sind, ist der Herbst hier noch nicht eingekehrt. Trotzdem finden sich genügend Fotomotive an diesem atemberaubenden Platz:
Nach mehreren Tagen brechen wir zu unserem Abenteuer Calgary auf. Dort angekommen, können wir den Laden einfach nicht
finden, weil die Adresse zu verwirrend ist. Selbst Tankstellen können sich keinen Reim auf die dubiose Adresse machen. Wir
irren durch die Straßen Calgarys ohne Ziel. Schließlich halten wir nochmals an einer Tankstelle, doch auch dort kann uns keiner
weiterhelfen. Der Mann hinter der Theke erlaubt uns jedoch, sein Telefon zu benutzen und so rufen wir im Laden an, in der
Hoffnung eine Wegbeschreibung zu bekommen. Dort erfahren wir jedoch, daß er keine Kameras der 1er-Serie reparieren kann, die
einzige Möglichkeit wäre, sie zu Canon CPS einzuschicken. Aus den oben genannten Gründen (keine feste Adresse und Zeit)
kommt dies nicht in Frage und wir sind gezwungen, das Problem in USA nochmals in Angriff zu nehmen. Wir planen Rose Mary
und David, die wir in Hyder kennengelernt haben, in Kalispell/Montana zu besuchen. Dann hätten wir zumindest eine
Rücksendeadresse... Da das unser akutes Problem jedoch nicht löst, suchen wir einen Kameraladen in Calgary auf. Nach
einigem Überlegen kauft Steffen eine EOS5DMKII, um wenigstens eine gute Kamera zu haben. Außer Fotos kann sie auch
Videos in HD-Qualität machen und sie hat noch einige weitere Vorteile gegenüber unseren schon relativ alten, immerhin schon 4-5
Jahre alten Kameras. Jetzt kann er wieder fotografieren und wir haben wenigstens eine funktionierende Kamera. Wer weiß, wann
meine auch noch aufgibt? Sie hat schon einige mehr Auslösungen hinter sich als Steffens...
Mit diesem belastenden Gedanken im Hinterkopf verlassen wir Banff und fahren durch den Kanaskis Country zur
Kanadisch/Amerikanischen Grenze im Waterton-Glacier Peace Park. Wir fahren erst durch atemberaubende Bergwelten und dann durch typischen Cowboy-Country. Schließlich passieren wir die Grenze und befinden uns wenig später im Glacier-Teil des Waterton-Glacier Peace Parks. Am
Logan Pass an der Going-to-the-Sun-Road sollen sich Bergziegen befinden, und obwohl das Wetter nicht optimal ist, machen wir
uns zu Fuß auf den Weg. Nach etwa 45 Minuten wandern sehen wir dann zwei Bergziegen (Mutter und Kind), die nicht besonders
scheu wirken. Steffen kann einige Aufnahmen von den Tieren in ihrer natürlichen Umgebung machen. Selbstverständlich mit der neuen Kamera. Wir sind happy über das Fotoglück und beschließen am nächsten Tag nochmals zurück zu kommen. Doch leider verschlechtert
sich das Wetter und es schneit am nächsten Morgen. Wir kommen noch hoch auf den Logan Pass, doch dann schickt uns der
Ranger wieder hinunter. Eigentlich wollten wir die Westseite runterfahren, doch dazu kommt es nicht mehr. Die Straße ist bereits
geschlossen und da sie einen Tag später sowieso offiziell für die Saison geschlossen worden wäre, wird sie vermutlich auch
morgen nicht passierbar sein. Toll! Das bedeutet für uns ca. 70 km Umweg um den gesamten Park herum. Da uns nichts anderes
übrig bleibt, beißen wir in den sauren Apfel und umfahren den Park um nach Kalispell zu kommen.
Rose Mary und David hatten wir, wie bereits erwähnt, in Hyder kennengelernt. Sie haben dieselben Interessen wie wir, denn sie
fotografiert und er filmt. Da wir uns in Hyder gut verstanden haben, haben die beiden uns eingeladen, auf unserem Rückweg nach
Süden bei ihnen vorbei zu schauen. Dank unseres GPS, das in den USA endlich wieder funktioniert, finden wir ihre Adresse
schnell und die beiden freuen sich sichtlich uns zu sehen. Sie quartieren uns in einer Einliegerwohnung im Erdgeschoß mit
bequemem Bett, eigener Dusche und schneller Internetverbindung ein - welch ein Luxus! Rose Mary und David ist sehr daran
gelegen, unser Problem mit den Kameras anzugehen und unterstützen uns tatkräftig in jeglicher Hinsicht. Nach einem Anruf bei
CPS USA stellt sich heraus, daß sie Steffens Mitgliedschaft anerkennen und wir die Kameras an einen speziellen Mitarbeiter
einsenden sollen. Dieser wolle sich die Kameras gleich nach deren Eintreffen ansehen. Nach 2 Tagen bekommen wir eine E-Mail,
die aussagt, daß die Kameras KOSTENLOS repariert werden würden. Wenn alles gut geht, würden wir die Kameras noch diese
Woche zurück bekommen. Offensichtlich ist das Verschluß-Problem bekannt? Schließlich haben beide Kameras innerhalb 24
Stunden ihren Geist aufgegeben und Steffen hat sie zusammen gekauft. Die Vermutung liegt also nahe, daß es ein Problem bei
der Fertigung dieser Serie gegeben hat? Wir wissen es nicht, sind jedoch guter Dinge, daß wir bald wieder funktionierende
Kameras in Händen haben und nach 1 1/2 Wochen wieder losziehen können. In der Zwischenzeit zeigen uns Rose Mary und
David etwas die Gegend um Kalispell. Wir fahren einmal in den Westen des Glacier Parks, einmal in die Bison Range und sie
zeigen uns Kalispell ein bißchen. Hier einige Bilder von diesen Ausflügen. Von li nach rechts/oben nach unten: Rose Mary und
David, Wir, Bison in der Bison Range und unser Motto, geschrieben auf einem dreckigen Landy: One Life, live it! |